bin dann mal weg
  September 06.-08. (von Whitney nach Thunder Bay)
 
08. September 2013
ding - ding - ding - ratatata – ratatata – ratatata – hup – hup - hup
Na toll, jetzt bin ich wieder wach…
Nö, bin mir sicher ich stehe nicht auf einem Bahnübergang, und wenn brauch ich mich nicht mehr zu beeilen, denn der Zug ist mit Sicherheit schneller als ich.
Entwarnung: Die Schienen verlaufen genau auf der anderen Straßenseite und in der Nähe ist der Bahnübergang. Ja so wurde ich wirklich noch nie geweckt.
Nachdem der nette Zug vorbei gerattert ist, schlaf ich noch ein bissel, ist nämlich noch stockfinster draußen. So 8 Uhr, da könnte man ja mal aufstehen. Mit 3 Liter Wasser werden die Haare gewaschen, brrr… jetzt bin ich ganz wach. Frühstücken und dann geht’s weiter nach Thunder Bay. Gegen Mittag bin ich nun angekommen, Hostel nach kurzer Verwirrung gefunden (Highway verläuft jetzt anders und Navi kennt die Strecke nicht, aber wer lesen kann ist klar im Vorteil). Das Hostel ist soweit in ok. Die Besitzer sind selber viel durch die Weltgeschichte getingelt und haben wahnsinnig viele Dinge aus der ganzen Welt zusammengetragen. Der Besitzer macht einen netten Eindruck, aber er kümmert sich nicht so richtig ums Haus. Es wohnen auch Katzen im Hostel und wenn man da eben nicht ab und zu den Putzlappen schwingt… na egal… damit komm ich klar und wenn ich mir noch was kochen will, spül ich eben erst ne runde… Internet ist leider nicht so wirklich vorhanden, verdammt einer der Gründe weshalb ich in einem Hostel absteige. Ok, der andere Grund war ja eine warme Dusche. Na und wer sitzt denn da in der Wanne, ein anderer Hosteldauergast mit 8 Beinen. Hab die Spinne vorgewarnt, entweder Sie versteckt sich oder ich muss Sie leider in den Spinnenhimmel schicken, denn anfassen und nach draußen tragen kann ich Sie nicht, ganz großer EKEL. Sie hat sich für den Spinnenhimmel entschieden. Na dann kann ich ja nun auch Duschen.
Den Rest des Tages hab ich das Hostel für mich alleine, der Besitzer ist in der Stadt und mehr Leut sind hier nicht. Also schreibe ich an meiner Homepage weiter, lade Bilder hoch (da braucht man bei diesem Internetzugang viel, viel Zeit) und seh mir die millionen von Mitbringsel an, keine Ecke ohne eine Erinnerung aus einem anderen Land. Eigentlich eine ganze Lebensgeschichte untergebracht in einem Hostel. Schon ist dieser Tag eigentlich auch vorbei.

07. September 2013
Niemand hat gestört und der Regen hat aufgehört. Also geht meine Reise nun weiter. So langsam komm ich in die Gegend in der wohl so gut wie niemand wohnt. Die meiste Zeit bin ich alleine auf der Straße und die Aussicht ist der Hammer. Wälder, Seen, Sümpfe, Berge und Täler. Ja so stellt man sich Kanada vor. Ab und zu kommt mal eine Tankstelle und mit Glück ein Restaurant, dass war’s dann aber schon. Man könnte nach jeder Kurve anhalten und Fotos machen. Da ich aber dann niemals bis nach Thunder Bay komme, lasse ich das und beschließe auf jeden Fall, diese Straße auf dem Heimweg noch einmal zu nehmen. Dann plane ich Zeit ein und geh hier auch noch wandern. Denn auch hier gibt’s jede Menge Wanderrouten. Entlang dieser Strecke kommt man an einigen Parks vorbei. Deswegen auch dieses „alleine sein auf weiter Flur“. Da meine Oma heute Geburtstag hat, versuche ich mitten im Nirgendwo nach Deutschland zu telefonieren. Leider nicht erfolgreich. Schade, vielleicht lag es daran das der Internetzugang über Satellit war, keine Ahnung. Nach insgesamt 600km bin ich bereit zu schlafen. Die Sonne geht gleich unter und welch ein Zufall, hab schon ein Plätzchen an dem ich bleiben darf, irgendwo vor Nipigon. Morgen sind es dann noch knapp 200km, dann bin ich in Thunder Bay und dort wartet dann ein Hostel auf mich. Hoffe ich zumindest!!!

06. September 2013
Auf dem Highway 60 fahre ich heute nach Huntsville (106km), von dort aus geht’s weiter nach Bracebridge (37km). Hier gibt es wieder einige Wanderwege die erkundet werden wollen. Es soll in Bracebridge insgesamt 22 Wasserfälle geben. Einige auf Privatgrund, aber einige sollte man über die Wanderwege erreichen können. Da bin ich ja mal gespannt wie dieses Örtchen so aussieht. Das Wetter sieht bisher vielversprechend aus. Bracebridge ist ein kleines verschlafenes Nest. Im Besucherzentrum bekomme ich viele Infos zu den Wanderwegen, also könnte es ja losgehen. Bei meiner Frage nach einer günstigen Unterkunft, sieht es eher schlecht aus. Also keine Dusche in Sicht. Die Haare konnte ich mir ja im Algonquin Park waschen aber ne Dusche wär auch mal nicht so schlecht. Ich spaziere erst mal die Hauptstraße entlang. Hier gibt’s die üblichen Verdächtigen. Kleine, teure Geschäfte hoffen mit Touristen ihr Geschäft zu machen. Nach 15 min bin ich wieder zurück am Auto. Ja so lange ist die Hauptstraße eben nicht. Ich sehe mir jetzt mal das Umland an, vielleicht finde ich einen Platz an dem ich heute Nacht schlafen kann. Das Wetter macht langsam aber sicher einen Buckel, das wird wohl nichts mehr mit wandern. Na dann eben nicht, aber zum schlafen ist es noch zu früh. Mmh… eigentlich könnte ich auch weiterfahren, so spannend ist diese Gegend auch wieder nicht. Nun mache ich mich auf nach Thunder Bay. Schlappe 1200 km entfernt von Bracebridge. Macht nichts, hab ja Zeit. Zuerst führt der Highway nach Parry Sound, dann nach Sudbury, da es noch hell ist der Himmel nur bewölkt und kein Regen, entscheide ich mich noch 1h weiter zu fahren. Blöde Idee… jetzt ist es dunkel, es regnet und ein Schlafplatz nicht in Sicht. Irgendwie verstecken sich alle Möglichkeiten am Highway entlang. Nach einer weiteren 1/2h entscheide ich mich einen Rastplatz anzufahren, zwar ist es hier nicht erlaubt über Nacht zu bleiben, aber ich bin müde und bei dem Wetter suche ich jetzt nicht weiter. Wenn‘s einen stört kann er sich ja melden. Von Bracebridge bis zu meinem Schlafplatz (weiß nicht so genau was in der Nähe ist) waren es jetzt noch 400km.
 
   
 
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