bin dann mal weg
  September 09.-13.
 
13. September 2013
Da ich schon mal da bin, wird jetzt auch noch ein bissel gewandert.
Ich habe mir 4 Routen entlang des Highway ausgesucht, will nicht nochmal über diese Schotterpisten fahren. Da hier nun einmal Bären und ein Puma gesichtet wurden, nehme ich heute mal mein Bärenglöckchen (Danke Christine) mit. Begleitet von einem Klingelingeling spaziere ich nun durch den dichten Wald und hoffe nur das der Puma nicht denkt „Futter fassen“ („klingeling essen ist angerichtet) Die Route führt an zwei Seen vorbei (hier packe ich das Glöckchen mal ein, denn nun kann man mich von weitem sehen) und wieder zurück durch den Wald zum Auto. Schöne angenehme Tour ein bissel bergauf und bergab. Wieder am Auto, fahre ich gleich weiter zum nächsten Startpunkt, eine 1km Strecke, easy durch Wald und Sumpf. Hier hüpft mir auch ein Elch über den Weg, aber bis meine Kamera ihn anvisiert hat, ist er auch schon im Wald verschwunden. Weiter geht’s zu einer anderen 1km Strecke, eine ebene Strecke. Auf diesem Areal stand das letzte Sägewerk in dieser Gegend. Leider sieht man keine Gebäude mehr. Aber durch einen kleinen Infopfad mit Bildern und Beschreibungen des Sägewerks ist es doch interessant und mit ganz viel Fantasie kann man es sich auch vorstellen. So und nun habe ich noch eine Strecke und die könnte haarig werden. 9km um den Moon Lake, in der Beschreibung wird die Route als Schwierig eingestuft. Naja, jetzt ist es 1 Uhr und in 3,5h werd ich das mit Sicherheit auch hinbekommen. Noch eine kleine Stärkung, Wasser eingepackt und losgewandert. Kaum 10 min unterwegs entdecke ich im Matsch einen Tatzen abdruck, hier war dann wohl auch mal Meister Petz unterwegs. Ok, die Route verläuft nicht eben (war ja klar, wäre auch langweilig) aber ich habe das Gefühl gut in der Zeit zu liegen. Ein dichter Wald umgibt den See und somit auch den Wanderweg, ich packe mal lieber wieder das Glöckchen aus (sicher ist sicher) möchte nicht Meister Petz überraschen. Ich glaube nicht, dass viele Leute hier herum laufen, zumindest macht der Weg nicht den Anschein oft besucht zu werden. Es geht vorbei an den verschiedensten Pflanzen und Bäumen. Ich werde von Eichhörnchen angemeckert, passiert mir ja häufiger und ab und zu meldet sich auch ein Vögelchen zu Wort. Nach 1h habe ich leider keinen Blick mehr auf den See und kann somit auch nicht genau sagen, wie weit es wohl noch ist. Nach 2h brennt mir die Sonne ins Gesicht, was voll nerven kann, aber das bedeutet ich bin nun auf jeden Fall wieder auf dem Rückweg. Jetzt habe ich auch endlich wieder den Blick auf den See und denke mir nur, verdammt das ist noch ein ziemliches Stück. Nach 3h, erreiche ich endlich wieder mein Auto. So, das waren heute schlappe 15km, nicht schlecht, nicht schlecht. Bin mal kurz stolz auf mich. Geschlafen wird heute nochmal hier im Park und morgen fahr ich dann vielleicht noch in den Duck Mountain Park, oder gleich über die Grenze nach Saskatchewan.

12. September 2013
Niemand hat gestört. Da ich aber überhaupt keine Ahnung habe wie es hier mit Wildtieren aussieht, fahre ich durch den Park, in Wasagaming zahle ich dann die Gebühr für 24h und versuche herauszubekommen, wo der Schwarzbär im Moment herum streift. Ok, befriedigend waren die Antworten heut aber nicht wirklich. Ja, es gibt Bären und sonstiges Getier, einen Plan über die verschiedenen Wege aber wohl nicht wirklich. Käse, ein bissel mehr Info wäre schon nicht schlecht gewesen. Da ich schon mal da bin, möchte ich zuerst hier am Ufer entlang spazieren. Nach 500m ist die tolle Brückenkonstruktion echt nicht mehr vertrauenserweckend und ich gehe zurück zum Auto. Hoffentlich sind die Wanderwege hier besser als dieser Weg am See.
Es gibt eine Bison Range im Park, man kann mit dem Auto durch ihr Weideland fahren und sie vom Auto aus beobachten. Na das hört sich doch nicht so schlecht an, da fahr ich mal hin. Ok, die Straße ist jetzt nicht so toll, ist ungefähr so beschaffen wie der Ringgenburg. Wird ja hoffentlich nicht so weit gehen. Nach 17km ist die Straße immer noch so toll, ich denke immer wieder, diese Strecke musst du wieder zurück, aber jetzt bin ich schon so lange unterwegs, wird ja wohl nicht mehr soweit sein. Gut durchgeschüttelt erreiche ich nach insgesamt 25km endlich die Range, nur wo sind denn die Viecher. Ich streife auf den Wegen durch das Gelände und da seh ich doch tatsächlich 1 Bison, ja genau von ganzen 70 hier lebenden sehe ich EINES. Hat sich ja wohl gelohnt. Also seh ich mir noch den Lake Audy an und fahre danach wieder die 25km Staub-Ruckel-Strecke zurück zum Highway 10. Nachdem nun in jeder Ritze, Spalte, Falte staub von dieser tolle Straße ist, parke ich mein Auto und versuche diese Staubschicht irgendwie aus dem Auto zu bekommen, denn alles ist nun mit einer weißen Schicht von Staub bedeckt (die Fenster waren aber zu). Erfolgreich war ich ja heut nicht so ganz. Ich wasche mir noch den Staub aus Gesicht und von Armen und Beinen und dann schlaf ich nochmal im Park. Mein Ticket ist 24h gültig, daher kann da auch keiner was sagen, auch wenn er wollen würde. Der Park an sich macht schon einen schönen Eindruck, ist eben richtiges Waldgebiet mit Seen usw. so find ich‘s immer noch am schönsten. Morgen wird dann evtl. auch noch ein bissel Gewandert, das Wetter soll weiter schön bleiben.

11. September 2013
Gut geschlafen und nun spaziere ich mal los. Es geht durch die Marsh, eine eigentlich einbissel langweilige Sache. Alles flach, man sieht fast nur Schilf und verschiedene Vögel die auf der Flucht sind, wenn sie einen entdecken. Nach ca. 2h bin ich wieder zurück am Auto und habe eigentlich keine Lust mehr nochmal in den Park zu fahren. Ich fahre weiter Richtung Lake Manitoba. Mittlerweile hat sich die Umgebung wieder ein wenig geändert. Die Landwirtschaftlichen Nutzflächen sind nun kleiner und werden durch kleine Birkenwäldchen unterbrochen. Viele Rinderherden sieht man nun von der Straße aus. Die Weideflächen sind übersät von Steinen in verschiedenen Größen und auf so gut wie jeder Weide befindet sich ein Wasserloch als Tränke für die lieben Tierlein. Auch Wälder mit Eichen sind zu finden. Irgendwie kommt mir die Gegend bekannt vor. Hab das so ähnlich mal irgendwo in Europa gesehen, ich glaube es war in Ungarn. Eben ist trotzdem noch alles und man sieht entsprechend weit. Nach der Brücke über den Lake Manitoba geht es weiter nach Dauphin, hier in der Nähe befindet sich der Riding Horse National Park und da möchte ich hin. Am Horizont zeichnet sich endlich mal wieder ein Berg ab und das müsste der Park sein. So 8km nach Dauphin bin ich am Eingang zum Park. Da keiner da ist der Gebühren eintreibt fahre ich einfach so rein und gleich beim ersten Wanderweg wird angehalten. Nein ich geh jetzt nicht spazieren, es ist zeit zu schlafen und da es wieder keine Verbotsschilder gibt, warte ich mal ab ob ein Ranger vorbeikommt und mit mir schimpft.

10. September 2013
Es regnet immer noch… Ich beschließe zurück nach Kenora zu fahren, brauch ich nen Kaffee, sollte noch zur Bank und evtl. ein bissel was einkaufen. Bei der gestrigen Durchfahrt, dachte ich mir, ach das ist ja ein nettes Fleckchen, bei genauerem Hinsehen ist es nun doch nicht so ganz meins. Die meisten Geschäfter sind geschlossen, das Hotel im Ort ist eine Bruchbude, kaputte Fenster, zerfetzte Vorhänge, bröckelnde Fassade… sieht aus als wäre es der Drehort für einen schlechten Film. Man hat das Gefühl, die Sommersaison ist um und jetzt machen wir ne Pause. Nach Bank und Kaffee geht’s nun auf nach Winnipeg in Manitoba. Gleich nach der Grenze mache ich einen Stopp bei Besucherzentrum und hole mir noch mehr Infos. Die Dame war voll nett und hat mir richtig viel Material mitgegeben und jede Menge erzählt. Na dann kann es losgehen.
Kurz nach meinem Besuch im Besucherzentrum ändert sich die Umgebung schlagartig. Zuerst verschwinden die Berge, Täler und Seen. Ja ich weiß bleiben nur noch die Wälder, Nadelbäume sieht man kaum noch nur noch Laubbäume und auch die werden immer weniger. Der Highway verläuft nun Kerzengerade und das Land ist so eben das man Kilometerweit sehen kann. Jetzt wird die Straße von Ackerland gesäumt, Äcker soweit das Auge sieht, riesige Felder, komplett anders als Ontario. Hätte nicht gedacht, das sich nach der Grenze auch sofort die Natur ändert.
Heute möchte ich noch nicht nach Winnipeg reinfahren, ich setze meinen Weg fort nach Gimli am Lake Winnipeg. Zwischen Winnipeg und Gimli liegen 100km die flach und geradeaus verlaufen. Ok, das wird dann aber ziemlich schnell langweilig. 1h später bin ich dann schon in Gimli.
Gimli, jeder der „Herr der Ringe“ kennt, denkt bei Gimli an einen kleinen, brummligen Zwerg. Na, wenn ich mir den Ort so ansehe… es ist ein wirklich kleiner Ort direkt am Lake Winnipeg und in den Sommermonaten wohl mit Touristen voll gestopft und jetzt sind alle noch so fertig vom Sommer, dass sie einfach einbissel brummlig wirken. Der Ort brummelt dich förmlich an und sagt, fahr weiter! Ok, ich sehe mir noch geschwind den Strand außerhalb des Örtchens an und beobachte eine Gruppe Wildgänse. Also ist es wirklich Herbst, denn hier oben machen die Zugvögel einen Zwischenstopp auf ihrer Reise in den Süden. Nächster Halt Riverton, Heimat des größten Elchs in Manitoba, Foto gemacht und weiter nach Hecla. Hecla ist mal wieder ein Park aber es ist eine Insel im Lake Winnipeg. Mal sehen wie es mir dort gefällt. Man wird von einem Leuchtturm begrüßt und da hier nirgends ein Verbotsschild lauert, werde ich die Nacht hier verbringen, das ist schon mal sicher. Ich fahre aber noch auf die Insel um mir einen Überblick zu verschaffen, Gebühren treibt im Moment keiner ein, dann halt nicht. Die Insel ist echt mini, bis 1953 war sie total von der Welt abgeschnitten, dann bekamen die Bewohner Heclas eine Fähre und 20 Jahre später wurde dann doch noch eine Straße als Verbindung zum Festland gebaut. Tja und seit dem leben immer weniger Menschen auf der Insel. Hier gibt’s nun mal echt nichts. Ein Tante Emma Laden mit Tankstelle, ein Bed & Breakfast mit, ich glaub, 4 Zimmern, eine Schule, eine Kirche und ein Mini-Hafen. Zur Ferienzeit ist auf den 2 Campingplätzen die Hölle los. Ein Gewitter steht schon in den Startlöchern und wird bald da sein. Morgen könnt ich ja nen kleinen Spaziergang über die Insel machen, aber jetzt fahr ich zurück zu meinem Leuchtturm und schlaf erst mal.

09. September 2013
Geschlafen habe ich echt supi, das Bett war super bequem, also mach ich mich nun auf weiter Richtung Winnipeg. Es dürften so ca. 600km vor mir liegen, diese muss ich ja nicht in einem Tag fahren. Der Hostelbesitzer ist weit und breit nicht zu sehen und es ist schon 10 Uhr. Tja, dann leg ich ihm nen Zettel hin, damit er weiß, dass ich nicht noch eine Nacht da bin. Wieder auf dem Highway 17 gen Westen. Vorbei an Wäldern, Tälern, Bergen und Seen, immer noch wunderschön. Kurz vor der Grenze nach Manitoba, nach dem Städtchen Kenora, welches direkt an einem See liegt, finde ich einen Rastplatz an dem es wohl nicht verboten ist zu übernachten. Der Rastplatz befindet sich auch direkt an einem kleinen See. Das Wetter ändert sich, es fängt an zu regnen. Perfekt um das Nachtlager aufzuschlagen und noch ein wenig zu lesen.
 
   
 
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