bin dann mal weg
  Mai 18.-21. (weiter geht's)
 
21. Mai 2013
Nach einer ruhigen Nacht geht’s um 8 Uhr wieder auf die Straße in Richtung Pleasant Bay, das Hostel ist seit Mai offen (hab ich nochmal nachgeschaut). Es liegen noch ca. 630 km vor mir, dass wird schon. Es geht wieder weiter durchs Nirgendwo, ich weiß nicht wie es die LKW Fahrer hier machen. Es gibt wahnsinnig wenige Möglichkeiten mal kurz an die Seite zu fahren um ein Päuschen zu machen. Na da muss ich mal einen Fragen, wenn ich ihn erwische. Pleasant Bay liegt im Cape Breton Highlands National Park in der Provinz Nova Scotia. Eigentlich kurz vor Neufundland, wenn da nicht das bisschen Atlantik noch wäre. Aber mit ner Fähre könnte man hochschippern, aber nicht von Pleasant Bay aus. Das Wetter spielt nicht so mit, es ist neblig-regnerisch und so kann man doch keine Fotos machen, verflixt. Bisher läufts gut und ich denke das ich die kommende Nacht im Hostel bin. Nachdem ich nun auf Cape Breton Island angekommen bin, halte ich mal schnell bei der Touri-Info. Bevor ich die nächsten 3h im Auto sitze möchte ich sichergehen das das Hostel auch wirklich auf hat. Jip, hat auf, nun geht’s durch die Highlands, heißen nicht nur so, sind auch wirklich nette Serpentinen die durch diese Berge führen. Armes Auto, Berg hoch und runter scharfe Kurven und verflixt so ne Stunde vor Erreichen des Hostels dichter Nebel. Das machts nicht wirklich einfacher. Ahh ein Elch, und wieder kein Foto. Boa, kann das denn war sein. Bin ja schon gespannt ob ich auch noch ein Foto von so einem bekomme. Wenn sie nur nicht immer so unvermittelt am Straßenrand stehen würden. Also gut ich bin fix und fertig da taucht endlich das Hostel auf. Wie eine Oase im Nebel. Voll niedlich, ganze 14 Betten in zwei kleinen Gebäuden. Pleasant Bay hat wohl 350 Einwohner also doch riesig. Im Hostel sind im Moment nur 3 Mädels die mit dem Fahrrad unterwegs sind, nur mit dem Fahrrad. Nee das bräucht ich nicht, dann lieber mit Zug und Bus.
Jetzt hab ich nur noch ein Problem, ich glaub es bahnt sich eine Erkältung an. Soviel wie ich im Moment nieße und die Nase putze auch hab ich ein bissel Fieber. Aber jetzt nicht rumjammern, schlafen und morgen ist alles wieder gut.

20. Mai 2013
Nachdem ich gestern noch eine Weile im Internet gesucht und im Reiseführer geblättert habe, fahre ich heut nach Campbellton (New Brunswick). Es liegen 740 km vor mir, aber ich fahr ja schon um 7 Uhr los, daher müsste es machbar sein. Ansonsten kann ich ja noch im Auto schlafen. An Québeck vorbei, gelange ich nach einiger Zeit dahin wo niemand mehr wohnt. Die Straße geht bergauf bergab und die meiste Zeit geradeaus. Häuser sind Fehlanzeige nur Bäume, egal wo man hinsieht. Oh ha, da möchte man nicht das das Auto streikt. Ab und zu begegnet mir mal ein Auto aber die kann man an einer Hand abzählen. Den Warnschildern nach ist mit Elchen und Rehen zu rechnen, na dann fahr ich mal schön vorsichtig. Nach, ich weiß nicht wie lange geradeaus ohne Zivilisation, endlich Häuser und geschlossene Geschäfte, mmh… sind das alles Selbstversorger? Bei der nächsten Tanke sollt ich mal anhalten, sicher ist sicher. Gut das gibt’s hier auch. Bei einem Blick auf den Kassenzettel stelle ich fest, tja ich bin in einer anderen Zeitzone. Ja so schnell kanns gehen und keiner hat mirs gesagt. Es gibt einen Supermarkt hier und der ist Schweineteuer, nö ich brauch nichts. Weiter geht’s durchs Niemandsland. Ahh, ein Elch am Straßenrand, steht da und kaut auf einem Blatt oder so rum. Vor lauter Schreck hab ich vergessen ein Foto zu machen. Verflixt aber der Nächste wird verewigt. Nach der neuen Uhrzeit komme ich endlich um 7Uhr abends in Campbellton an. Das Hostel ist auch gleich gefunden und jetzt kann ich gleich wieder weiterfahren, denn das Hostel hat zu. Unglaublich, warum habe ich das nicht vorher gesehen, die ganze Strecke für eine Nacht im Auto. Ok nach kurzem boa bist du blöd. Frag ich jetzt mal mein TomTom wie weit es nach Pleasant Bay ist. 9 h, nun dann würde ich sagen ich fahr noch ca. 2h dann schlafen und morgen den Rest. Gesagt getan, das Auto läuft und läuft und nach ziemlich genau 2h parke ich auf einem Rastplatz mitten im Nirgendwo. Nur schräg gegenüber ist eine Tankstelle. Aber die hat soviel matsch als Parkplatz das es mir hier drüben besser gefällt. Insgesamt waren es heut 900 km. Puh, das ist aber auch das Maximum.

19. Mai 2013
Heute habe ich ein Date mit Stiny, d.h. ich bräuchte mal dringend ungestörtes Internet. Mein nächster Zwischenstopp soll Ottawa sein. Das sind 3h fahrt und ich habe mir auch schon ein passendes Hostel ausgesucht. Somit dürfte unserem Date nichts mehr im Wege stehen und schon bin ich wieder auf der Straße. Nach ziemlich genau 3h bin ich doch tatsächlich in Ottawa vor dem Hostel gelandet, nun stellt sich nur noch die Frage wo soll ich mein Auto parken. Denn die gesamte Stadt und das Umland scheinen sich hier versammelt zu haben. Naja, hab eben doch vergessen, dass wir ja noch das Wochenende vor Victorias Day haben und so stehen sie hier auch alle noch Kopf. Nach einer halben Stunde erfolgloser Parkplatzsuche, beschließe ich weiter zu fahren nach Montréal. (Sorry Stiny, hat leider nicht geklappt) Laut TomTom dauert es im Normalfall nicht allzu lange und los. Na hier ist aber was los. Der Highway ist ganz schön voll, aber bisher fließt der Verkehr noch, so und nun stehen wir. Na toll, irgendwo da vorne gabs nen Unfall, ich bin eigentlich nur noch 10min vom Hostel entfernt und vom Highway komm ich hier auch nicht mehr runter. Das heißt also warten wie alle anderen. Schade… Endlich am Unfall vorbei (Ui hat sich wohl mit der Mauer angelegt) bin ich auch nach kurzer zeit mitten in Montréal. Leider weis TomTom nicht wo das Hostel genau ist. Also parke ich mal kurz und versuche es zu Fuß zu finden. Wenn ich nun ein bissel französisch lesen könnte, würd ich auch wissen ob ich hier überhaupt parken darf. Na fahr ja gleich wieder weg. Nach 5 min. Hostel gefunden und nach Zimmer gefragt. Tja das wird wohl die teuerste Nacht in Kanada sein $89. Das Hostel macht $27, der Parkplatz $10 und der Strafzettel fürs Parken $52. Jip, die sind hier ziemlich fix mit Ticket schreiben. Also ist nun das erste was ich mache meiner Gotti beichten via email. Toll das fängt ja gut an. So jetzt brauch ich noch nen Geldautomat, denn im Hostel nehmen sie nur Bares und mein Geldbeutel hat nicht mehr soviel drin. Bei Regen und nahender Dunkelheit. Schlendere ich nun durch Montréal (leicht genervt) und probiere jeden Geldautomaten den ich finde aus, keiner spuckt was aus, entweder leer oder defekt. Boa, jetzt wird’s aber unlustig. Nach ca. einer Stunde frage ich noch in einem kleinen Laden nach und auch bei ihm ist der Automat leer, aber er gibt mir den Tipp wo ne Internationale Bank ist und siehe an, die haben noch Geld. Yeah, das ist nun auch erledigt. Unterwegs hab ich noch Bilder gemacht, ich denke die müssen reichen, denn morgen fahre ich mit Sicherheit weiter. Zum einen nervt mich das Französisch an jeder Ecke, die Überheblichkeit derer die die Sprache beherrschen und sich weigern Englisch zu sprechen und das mit dem Parkplatz stört mich doch immer noch, ganz davon abgesehen muss ich morgen um 7 mein Auto wegstellen oder nochmal zahlen und dann einiges mehr. Ich denke Montréal hat genug an mir verdient. Ich werde weiterfahren. Wohin, weiß ich noch nicht genau, auf jeden Fall raus aus der Provinz Québec, denn ohne Französisch komme ich hier nicht weiter. (km insgesamt 470)

18. Mai 2013
Ich verlasse heute Niagara Falls, Patrick hat mir zum Abschied eine Matratze fürs Auto geschenkt. Ist das nicht unglaublich, somit muss ich nicht auf einer Luftmatratze schlafen sondern habe es noch einen Tick gemütlicher. Es geht heut zuerst Richtung Kitchener (vor dem ersten Weltkrieg noch Berlin genannt). Ca 140km entlang an Farmen und ihren riesigen Feldern. Kitchener selber ist jetzt nicht unbedingt eine Reise wert, es ist eher das Ghetto, des oben auf dem Hügel gelegenen grünen Waterloo. Ich fahre hier nur durch und suche den Weg nach St Jacobs, es soll ein kleines Dorf sein welches berühmt seinen Markt ist und in dieser Gegend trifft man auch immer noch die Mennoniten verwandte Glaubensgruppe mit den Amish in den Staaten. Es sind Farmer die ganz einfach und nur mit ganz einfachen Mitteln ihr Land bestellen. Es kann schon mal vorkommen, dass sie einem mit einer Kutsche entgegenkommen. (Habs gesehen) Sie bieten auf dem Markt ihre Güter an, auch die Häuser in St Jacobs sehen ziemlich alt aus, eben von damals. Nach dem ich durch das Dorf gestreift bin, geht’s nun weiter über Elmira auf Peterborough zu. Eigentlich sieht man auf der gesamten Strecke nur Felder und immer wieder mal eine Farm, weit hinten. Es gibt auch Mennoniten die mit der Zeit mit gehen und ihre Felder mit alten Traktoren bestellen, hab aber auch solche gesehen die noch dem Pferdegespann den Wagen über das Feld ziehen und die ganze Familie hilft beim bestellen des Feldes mit, mit Kleidung die uns fremd erscheint da die Frauen immer Hauben und Kleider tragen und die Männer nie ohne Hosenträger und einem schwarzen Hut zu sehen sind. Man kommt sich in der Zeit zurückversetzt vor. Was aber nicht schlecht sein muss. Meine Nacht verbringe ich in einem Motel bei Peterborough, da ich sonst im Moment keine andere Haltemöglichkeit gefunden habe. Insgesamt habe ich so ca. 400 km zurückgelegt, guter Schnitt würde ich mal behaupten.
 
   
 
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